• Annika Wicknig

Selbstliebe und Überforderung mit Kind oder Partner

Geht es dir auch so, dass du manchmal das Gefühl hast vor lauter Anforderungen an dich selbst keinen Raum für dich zu haben? In genau solchen Situationen passiert es so leicht mit Wut und Ärger zu reagieren. Dabei weiß eigentlich jeder, dass diese Antwort auf die Situation eine völlig falsche ist. Wer von uns möchte nicht auch dann, wenn er/sie selbst müde und fertig ist liebevoll handeln und mit Freundlichkeit reagieren? Diesen inneren Anspruch haben die meisten von uns selbst dann noch, wenn eigentlich gar nichts mehr geht.

Mutter mit Kind, Müde, ausgelaugt erschöpft


Was aber können wir tun, damit solche Situationen gar nicht erst auftreten? Hierbei ist es sinnvoll sich den Tagesablauf und die eigenen Trigger anzuschauen, um sie zu minimieren. In welchen Situationen fühlst du dich überfordert? Wann handelt ihr im immer gleichen Muster?


Wenn du diese Punkte geklärt hast für dich, dann schau dir doch einmal die Bedeutung dessen an: warum triggert es dich? Was wirfst du dem anderen vor? Geht es darum, dass du dich nicht gesehen fühlst? Möchtest du auch die Liebe und Aufmerksamkeit haben, die andere gerade von dir fordern? Hast du Angst, dass wenn du es einmal durchgehen lässt dein Kind für immer verzogen ist? Öffne dich dafür deine eigenen Wunden anzuschauen, denn dadurch können sie heilen und du bist in der Lage Situationen anders zu lösen.


Mach eine Pause, komme bei dir selbst an und sobald deine Kinder in der Lage sind dich zu verstehen, kannst du ihnen erklären: „Ich bin gleich wieder für dich da, aber jetzt muss ich gerade eine kleine Pause machen, denn sonst werde ich wieder so schnell wütend und ärgerlich und das möchte ich nicht. Vielleicht kannst du kurz etwas lesen oder bauen und ich schaue es mir gleich an, wenn ich soweit bin.“ Genau diesen Umgangston wünschen wir uns als Erwachsene auch von unserem Gegenüber, denn er drückt Wertschätzung aus, ohne die Bedürfnisse des anderen kleinzureden und du kannst dir trotzdem die Zeit für dich nehmen.


Überforderung tritt nur auf, wenn wir selbst uns vernachlässigt haben und unsere eigenen Bedürfnisse unerfüllt geblieben sind.

Oftmals bleiben sie auch unerfüllt, weil wir glauben andere Menschen müssten sie uns erfüllen: zum Beispiel das Bedürfnis nach Liebe und Anerkennung. Stell dir vor, du hast den ganzen Tag geputzt und aufgeräumt und bist über deine Grenzen gegangen, um deinem Partner eine Freude zu machen und der kommt nach Hause und erwähnt es nicht einmal. In dem Moment wenn dann deine Laune sinkt und du wütend wirst hast du vergessen, dass du selbst dir Anerkennung geben kannst und die Liebe, die du dir wünscht. Bleib bei dir, lass alles andere so wie es ist und setze dich hin, mache dir eine Tasse deines Lieblingsgetränkes und genieße den Moment. Erfreue dich selbst an deiner wundervollen Leistung und dem was du erreicht hast. Lobe dich und gönne dir ein bisschen Zeit nur für dich. Damit allein kannst du deine Wut und deinen Ärger umleiten und verständnisvoll auf deine Mitmenschen eingehen. Denn im Grunde ist es egal, was sie sagen: du musst es annehmen. Vielleicht hast du auch einfach nicht wahrgenommen, wie sehr sich dein Partner gefreut hat oder seine Art seine Freude auszudrücken missverstanden.


Bleib also mehr bei dir und höre auf die Fehler bei anderen zu suchen, denn natürlich haben sie Fehler, aber sie werden sich erst ändern, wenn sie selbst bereit dazu sind und nicht wegen dir.

Alles was dich wütend macht und triggert das sind Verletzungen in dir selbst, deine Wunden, von denen du oftmals gar nicht weißt, dass sie existieren. Je mehr du dich selbst und deine Verletzungen heilst, desto wundervoller wird dein Zusammenleben mit deinen Mitmenschen (Kindern, Partner, Eltern,…) sein.



In diesem Sinne wünsche ich dir Pausen, Selbstliebe und Heilung, damit du dein Leben so führen kannst, wie du es dir wünscht.


Annika Wicknig